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Paradies mit Hindernissen (3. Februar)

Bild von smoe

Am naechsten Morgen fuehle ich mich einigermassen unwohl. So toll geschlafen hab ich in dem Bett auch nicht. Ich bin hungrig, also machen wir uns fertig und gehen ins nahegelegene Restaurant "Blue Pyramids" zum Fruehstuecken. Jetzt sehen wir das Meer zum ersten Mal und schauen uns beim Essen satt. anschliessend gehen wir erst einmal baden. Schoen warm ist das Wasser und der Strand ist sehr breit und flach, ideal zum Frisbeespielen. Ein leichter Wind macht den Aufenthalt in der Sonne gut ertraeglich. Hier laesst es sich aushalten. Doch heute wollen wir noch Sharat besuchen, nicht zuletzt deswegen, damit ich meine Mitbringsel loswerde. Erika treffen wir am Strand und sie gibt uns noch ein paar gute Tipps, wo wir am Besten einkaufen und unser Geld ausgeben koennen. Ausserdem sollen wir die Kokusnuesse, die man am Strand bei fahrenden Haendlern kaufen kann, einfach ins Wasser werfen, nachdem wir sie ausgetrunken haben. Die Stroemung traegt sie ins offene Meer (wo Meerjungfrauen sie sammeln und wunderbaren Schmuck daraus basteln). Fuer 25 Rs eine sehr gute Erfrischung. Wir machen uns am Strand entlang auf den Weg zu dem Einstiegspunkt ins Dorf. Die schmalen Wege sind wenig offensichtlich. Oft scheint es nur ein Zugang zu einem Haus zu sein, aber das taeuscht. Im Grunde gibt es sowas gar nicht. Ausser an Strassenverlaeufen gibt es nur Hauszwischenraeume. Manche ausgetreten von vorbeilaufenden Menschen, andere weniger, sei es, weil auf halbem Weg ein Baum zwischen zwei Hausmauern steht, der das Vorbeigehen behindert. Aber prinzipiell geht man von A nach B per Fuss quasi Luftlinie. Jetzt muesste man nur noch wissen, wo A und B zueinander stehen...
Sharats Yogaschule ist leicht zu finden. Ueberall stehen seine Wegweiser und nach kurzer Zeit sind wir angekommen. Alles ist still; wir sind nach dem Morgenkurs eingetroffen, als alle Teilnehmer inkusive Lehrer ruhen. Das grosse Gelaende absuchend hoeren wir schliesslich Sharats unverkennbare Stimme aus einer der zahlreichen Basthuetten, wie er gerade einem Schueler einige Details erklaert. Als er nach draussen tritt und uns erblickt, ist die Ueberraschung gross. Ich vermute zu erkennen, dass er mich nicht gleich zuordnen kann. Doch dann klickt es. Nach heftiger Umarmung erzaehlen wir von unseren bisherigen Erlebnissen, uebermitteln die Gruesse der zurueckgebliebenen und erklaeren unser weiteres Vorhaben. Und da kommt schon die erste unangenehme Ueberraschung: Sharat geht morgen fuer eine Woche weg. Toll! Wollten wir nicht Yoga machen?! Der Beginnerskurs wird von Laila gefuehrt. Sharat bietet uns an, heute nachmittag an der letzten Session des laufenden Kurses teilzunehmen. Wir - ordentlich gedaempft in unserem Enthusiasmus - wollen es uns ueberlegen. Wir verabschieden uns vorerst und gehen zurueck. Auf dem Rueckweg schlendern wir gedankenverloren an den Einkaufsstaenden vorbei, kaufen noetige und unnoetige Dinge, bis wir wieder zu Hause angekommen sind. Wir haben uns entscheiden, Sharats Angebot anzunehmen und die lezte Yogasession mitzumachen. 14 Uhr soll es losgehen. Noch etwas Zeit verzweifelt das eine schoene Internetcafe zu suchen, das wir schon auf der Suche von Philamina gesehen haben. Ohne Erfolg. Als ob es aber auch nicht genug Internetcafes gebe.
Doch erst einmal wollen wir den Kurs besuchen. Wir begeben uns also wieder zur Schule und praktizieren unter Lailas Anleitung und 25 weiteren Schuelern die Asanas des Beginnerskurs. Ein wohliges Gefuehl kommt in mir auf. Rene fuehlt sich durch die abschliessenden Rueckwaertsbeuger aufgewuehlt und so benimmt er sich auch. Nach Ende der Session wissen wir nicht, wie wir weiterverfahren sollen. Also verabschieden wir uns erst einmal von Sharat und gehen unserer Wege, auf der Suche nach etwas zu Essen. Und hier macht sich schon Renes Aufgewuehltheit bemerkbar. An jedem Tuchstand wird angehalten und sich umfassend von den mehr als bereitwilligen Haendlern beraten lassen. Aber gekauft wird nichts. Mein Hunger drueckt aufs Gemuet und das lasse ich Rene spueren. Am erstbesten Restaurant - einem mexikanischen - kehren wir ein und geben unsere Bestellung auf. Die Zubereitung dauert lange, dafuer schmeckt es sehr lecker. Leider ist mittlerweile Sonnenuntergang und somit die Zeit der Mosquitos, und Anti-Muecken-Spray haben wir nicht dabei. So muessen wir waehrend des Essens einige Stiche ueber uns ergehen lassen.
Mein Problem treibt mich nach Hause. Wir decken noch schnell meinen exorbitanten Wasserbedarf und machen uns in die falsche Richtung auf. Die falsche Richtung, weil Rene gern den Rest des Dorfes sehen will und weil er noch ein Tuch braucht. So schlendern wir die Strasse entlang, schauen bei dem ein oder anderem Haendler rein und wieder raus, bis uns die Strasse an den Strand fuehrt. Unterwegs drueckt uns einer einen Flyer in die Hand, der von Reggae Live Musik in der Coco-Loco-Bar verkuendet. Scheint mir sehr brauchbar fuer den Abendausklang, erst recht, als wir die Bar unter den unzaehligen, die den Strand saeumen, ausmachen. Am Strand mit den Bars ist viel los. Viele Haendler, Touristen und Kuehe stehen in der Gegend herum und spazieren am Strand entlang. Der Weg zu unserer Strandseite ist kein Kurzer. Endlich angekommen gehe ich aufs Klo.
Eine heftige Diskusion ueber Sinn und Unsinn an der Teilnahme des Beginnerskurs unter Lailas Fuehrung entbrennt, aus der vorerst kein Ergebnis hervorgeht. Doch wenigstens sind wir uns ueber den Verlauf des restlichen Abends einig. Rene will noch etwas herumschlendern und ich will ins Internetcafe, ein paar Emails absetzen und ein paar Seiten abtippen. Die Email kriege ich gut los, aber meine Seite baut sich unendlich langsam auf. Mir vergeht die Lust. Rene ist auch schon wieder da, also telefoniert er noch schnell nach Haus und wir gehen in die Coco-Loco-Bar, um ein letztes Bier zu trinken. Gute Nacht.

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